Der Sommer ist die schönste und gleichzeitig die gemeinste Jahreszeit für Dates. Schön, weil man draussen sitzen kann, an der Limmat, auf einer Dachterrasse, in einer Gartenbeiz. Gemein, weil es 31 Grad hat, das Tram keine Klimaanlage hat und man nach zehn Minuten Fussweg aussieht, als wäre man vom Letten her geschwommen.
Ich hab für dieses Problem über die Jahre ein paar Regeln entwickelt. Sie sind nicht glamourös, aber sie funktionieren.

Das ist die Sache, die ich am meisten predige, und die am wenigsten ankommt. Im Sommer entscheidet der Stoff, ob du nach einer Stunde noch frisch aussiehst. Polyester sieht im Laden hübsch aus und fühlt sich bei 28 Grad an wie ein Plastiksack. Man schwitzt, und man sieht es.
Was gut geht:
Mein Tipp aus dem Laden: Dreh das Kleid um und lies das Etikett, bevor du es anprobierst. Wenn da «100% Polyester» steht und du es für ein Sommerdate willst, spar dir die Kabine.
Klingt unromantisch, ist aber die Realität. Hellgrau ist die schlimmste Farbe für heisse Tage, danach kommen hellblau und hellrosa. Gut verzeihen: Weiss (ja wirklich, solange der Stoff dick genug ist), Schwarz, Navy, und alles mit kleinem Muster. Ein Kleid mit feinen Blumen oder Streifen versteckt mehr, als du denkst.
Und dann gibt es noch die Sommer-Farben, die im Juli einfach toll aussehen: Terracotta, Olivgrün, Butter-Gelb, Kobaltblau. Wenn du eine davon magst, ist der Sommer die Zeit, sie zu tragen.
Ein Midikleid aus Leinen oder Baumwolle, flache Sandalen mit Riemchen (nicht die Flip-Flops aus der Badi-Tasche), ein dünner Cardigan oder eine Jeansjacke für später. Am See wird es nach Sonnenuntergang schneller kühl, als man denkt, vor allem wenn die Bise geht. Wer schon mal im Juni am Utoquai gefroren hat, weiss, wovon ich rede.
Weite Leinenhose in Crème oder Schwarz, ein Top mit schönen Trägern oder eine ärmellose Bluse, dazu Mules oder Sandalen mit kleinem Absatz. Ein Armreif, sonst nichts. Das ist mein Lieblingslook für Sommerabende, weil man sich darin bewegen kann und trotzdem angezogen aussieht.
Ja, das gibt es, und ich finde es eine super Idee. Aber dann bitte kein Kleid, das beim Fahren hochweht. Shorts aus Leinen oder ein Jupe-Short, ein T-Shirt aus gutem Baumwolljersey, Sneakers. Ein Seidentuch im Haar, falls es windet. Sieht lässig aus und du musst nicht beim Absteigen den Saum festhalten.

Ich will niemandem etwas verbieten, aber hier ist meine persönliche Liste. Nimm sie als Erfahrungswerte, nicht als Gesetz.
Im Sommer gilt noch mehr als sonst: weniger ist mehr. Eine getönte Tagescreme mit Sonnenschutz statt Foundation, wasserfeste Mascara, ein Lippenbalsam mit Farbe. Puderpapier in die Tasche, das rettet dich nach dem Weg vom Tram zum Restaurant.
Bei den Haaren: Wenn du weisst, dass es feucht wird, dann plane mit der Feuchtigkeit statt dagegen. Ein lockerer Knoten, geflochtene Haare oder ein tiefer Pferdeschwanz halten einen ganzen Abend. Offene Haare mit Glätteisen bei 30 Grad und Seeluft: nach einer Stunde wieder Wellen, garantiert.
Beim Duft würde ich im Sommer auf frische Noten gehen: Zitrus, Grüntee, Feige, leichte Blüten. Schwere Vanille oder Oud-Düfte werden bei Hitze schnell zu viel. Mehr dazu im Beitrag Make-up und Parfum fürs Date.
Klein, aber durchdacht. Ich packe immer ein:
Und etwas, das viele vergessen: Wasser trinken, bevor du losgehst. Wer dehydriert zum Date kommt, trinkt den ersten Spritz zu schnell. Nicht fragen.
Das Outfit hängt natürlich davon ab, wo ihr hingeht. Meine Lieblingsorte für Sommer-Dates in Zürich (Flussbad, Dachterrasse, Schiff auf dem See) hab ich in den Date-Ideen für Zürich gesammelt. Für die allgemeinen Regeln, die das ganze Jahr gelten, schau in meinen Grundlagen-Beitrag Outfit fürs erste Date.
Ja, wenn der Ort passt. Leinenshorts mit schöner Bluse sind im Sommer völlig okay für ein Tagesdate. Jeans-Hotpants eher nicht.
Leinenhemd, Chino oder gute Shorts bis knapp übers Knie, Loafer oder saubere Sneakers ohne Socken (oder mit unsichtbaren). Kein Trägershirt. Mehr im Beitrag für Männer.
Zuerst aufs WC, kaltes Wasser über die Handgelenke, Puderpapier, durchatmen. Dauert drei Minuten und niemand wird es merken. Ausser du erzählst es, und das darfst du ruhig, das ist meistens sehr sympathisch.
Einen schönen Sommer euch! Hier drin hat es übrigens gerade 27 Grad und Mendes liegt flach wie ein Bettvorleger auf den Fliesen im Bad.
Fang am besten mit dem Grundlagen-Beitrag an. Dort steht fast alles, der Rest sind Details.
Fragen gerne an [email protected]
Die Chefs hier: Nissi (links) und Mendes. Wer die zwei sind
Ein rostroter Rollkragen, die alten braunen Stiefeletten (frisch besohlt) und ein Trench, der schon drei Winter hinter sich hat. Herbst halt.