Dieser Beitrag hat eine Vorgeschichte. Eine Freundin hat mir letztes Jahr ihr Dating-Profil gezeigt und gefragt, warum sie so wenig Matches hat. Das erste Bild war ein Selfie von unten, im Auto, mit Sonnenbrille. Das zweite ein Gruppenfoto, auf dem man sie suchen musste. Das dritte ein Foto von ihrem Hund. (Der Hund war sehr süss. Aber er war nicht der, der ein Date wollte.)
Wir haben an einem Sonntagnachmittag neue Fotos gemacht, mit dem Handy, in einer Stunde, rund um den Idaplatz. Ihr Profil sah danach komplett anders aus, und sie hat es mir mit vielen Herz-Emojis gedankt. Hier ist, was wir gemacht haben.

Auf den meisten Apps entscheidet sich in ein bis zwei Sekunden, ob jemand weiterschaut. In dieser Zeit liest niemand deinen Text. Das erste Bild ist also sowas wie das Schaufenster, und mit Schaufenstern kenne ich mich aus. Ein gutes Schaufenster zeigt eine Sache klar, mit gutem Licht, und macht Lust auf mehr. Genau das soll dein erstes Foto auch.
Das ist der Tipp, der am meisten bringt, und er kostet nichts. Kein Deckenlicht, kein Blitz, keine Mittagssonne. Das beste Licht für Portraits:
In Zürich hab ich die besten Erfahrungen mit Hausfassaden in hellen Farben gemacht (die werfen das Licht zurück aufs Gesicht) und mit Seitengassen in der Altstadt am späten Nachmittag.
Du brauchst keinen Fotografen und keine Profikamera. Aktuelle Handys machen hervorragende Portraits. Ein paar Dinge solltest du trotzdem beachten:

Hier kommen wir wieder zu meinem Lieblingsthema. Fürs Profilbild gilt fast dasselbe wie fürs Outfit beim ersten Date: so, wie du bist, nur in gut.
Nach dem ersten Bild darf es vielfältiger werden. Eine gute Mischung wäre:
Ich hab für diesen Beitrag ein paar Freundinnen gefragt, was sie auf Männerprofilen nervt. Die Top-Antworten, ungefiltert:
Was gut ankommt: ein Bild in einem gut sitzenden Hemd oder Pulli, ein Lachen, ein Hobby, bei dem man sieht, dass du etwas kannst. Die Kleidungstipps aus dem Beitrag für Männer gelten übrigens auch fürs Foto.
Ein bisschen Helligkeit, Kontrast, vielleicht einen Hauch Wärme: völlig okay. Beauty-Filter, die die Haut glattbügeln, Gesicht schmaler machen oder Augen vergrössern: bitte nicht. Du willst, dass sich die Person beim Treffen freut, dich zu sehen, und nicht erst mal vergleicht.
Das ist eine Frage, die ich oft bekomme und auf die ich keine allgemeine Antwort habe. Es hängt stark davon ab, was du suchst: etwas Lockeres, etwas Ernstes, jemanden in deinem Alter, jemanden aus deiner Region. Tinder, Bumble und Hinge sind in Zürich sehr verbreitet, für Ernsteres nutzen viele in der Schweiz eher Partnerbörsen mit ausführlichen Profilen. Mein Rat: Probier zwei aus, schau, wo du dich wohler fühlst, und investiere dort Zeit in ein gutes Profil statt in fünf Apps halbherzig.
Beim Thema Sicherheit empfehle ich übrigens die Tipps der Schweizerischen Kriminalprävention zum Online-Dating, die sind kurz und vernünftig. Erstes Treffen immer an einem öffentlichen Ort, jemandem Bescheid geben, wo du bist.
Vier bis sechs. Weniger wirkt, als hättest du etwas zu verstecken, mehr wird beliebig.
Eins kann gut aussehen. Nicht als erstes Bild.
Lieber nicht. Es verwirrt, und aus Rücksicht auf die Kinder gehören sie nicht auf ein Dating-Profil.
Und wenn es dann zum ersten Treffen kommt: Ideen für Zürich stehen in den Date-Ideen. Viel Erfolg beim Fotografieren!
Fang am besten mit dem Grundlagen-Beitrag an. Dort steht fast alles, der Rest sind Details.
Fragen gerne an [email protected]
Die Chefs hier: Nissi (links) und Mendes. Wer die zwei sind
Ein rostroter Rollkragen, die alten braunen Stiefeletten (frisch besohlt) und ein Trench, der schon drei Winter hinter sich hat. Herbst halt.